Das Model und der Wirt
Braunschweig Wiesenstraße, New-York, Köln, Sydney und zurück
Dabei hatte alles ganz normal angefangen. Gisele’s Vater kennt Wolfgang „Elvis“ Haberkamm( Lindenwirt aus der Wiesenstraße) und fragt nach einem Aushilfsjob für seine 20jährige Tochter Gisele. Das war vor einem halben Jahr.
Eines Tages rief sie freudestrahlend: “ Ich werde Model“ und war nicht mehr gesehen. Zumindest als Servicekraft in der „Linde“. Ihren Lohn hatte sie auch vor Aufregung ganz vergessen.
Mittlerweile ist die junge Braunschweigerin deutschlandweit ein Begriff und auch in Braunschweig im Blickpunkt der Presse. Schließlich schaffte sie es von 18900 Bewerberinnen der Castingshow „ Germany’s Next Topmodel“, unter die ersten 10. Und Heid Klum ist da knallhart.
Wenn da nicht noch die Sache mit der Bezahlung fürs Kellnern wäre, und Lindemitarbeiterin Jacqueline das Model beim Einkaufen bei H&M in Braunschweig traf. Ein „Date“ mit „Elvis“ wurde schnell arrangiert.Und so trafen sich das Model und Wirt zu einem offiziellen „Lohnauszahlungstermin“ in der „Linde“.
Natürlich war die junge Frau gleich umlagert, bewundert und nach ihren Träumen befragt. Aber dennoch: Gisele band sich gleich eine Wolters-Schürze vor und schenkte dem Wirt sein Bierchen ein. Sie selbst bevorzugt allerdings französischen Rotwein.
Dabei ergab sich, dass sich Staatsschauspieler und Stammgast Mattias Schamberger spontan bereit erklärte, dem Model Schauspielunterreicht zu geben.Gisele beim Abschiedsküsschen: „Wenn’s mal mit dem Laufsteg nicht so klappt, komme ich gern wieder in die Wiesenstraße zum Kellnern zurück oder werde Schneiderin beim Staatstheater.“
Hoffentlich lebt dann der Wirt „Elvis“ noch. Man hatte den Eindruck, die Pferdezüchterin aus Braunschweig hatte bei all dem Zickenkrieg, nach Castings, Shoppings, Highlights ihre Bodenhaftung und Authenzität nicht verloren.