Erste Sparversammlung seit 42 Jahren: Mehr als 12.000€
Sparwitze machen die Runde in den „Vier Linden“ in Braunschweigs Wiesenstraße. Dort gibt es einen neuen Sparverein, der spöttelt: Mit den Zinsen konnte man 1969 noch eine vierköpfige Familie ernähren - heute gibt's dafür noch nicht einmal ein Butterbrot! Auf den Tag genau 42 Jahre nach der letzten Sparversammlung, die dort am 22.2.1969 stattfand, wurde in der beliebten Kneipe der Original-Sparkasten wieder aufgehängt und Lindenwirt Wolfgang "Elvis" Haberkamm begann Sparer zu werben. Seitdem wird der Kasten „gefüttert“ und im Laufe des Jahres ist eine kleine Spargemeinde entstanden, die auch untereinander kommuniziert und sich immer für den neuesten Kontostand interessiert. Der wird auf einer Schiefertafel für ABC-Schützen über dem Tresen wöchentlich notiert. „12.000 Euro“ ist dort zum Jahresende zu lesen. Aber ein Überfall oder Diebstahl wäre zwecklos: Der Inhalt wird regelmäßig geleert und zur Sparkasse getragen. „Bemerkenswert ist der Service der Landessparkasse und des Mitarbeiters Kai Hilz in der Humboldtstraße“, sagt Elvis. Auf Vorlage des Sparbuches mit einer Gesamtsumme von 12.227.63 € und der Liste der Sparer konnte der Lindenwirt nach wenigen Stunden jede einzelne Sparsumme für jeden Sparer eingetütet abholen. „Das Beispiel sollte Schule machen.“ Nicht minder bemerkenswert ist die Geduld der Lindenmitarbeiterin Jacqueline Treder, die aus Fächern, die eigentlich für 5-DM-Stücke gemacht sind, in 16stel geknickte 20-Euro-Scheine herausfummeln muss. Und das wöchentlich bei 40 Sparern. Dass es sich lohnt, zeigte sich jetzt in der Vorweihnachtszeit – da kann man einen Wunsch mehr erfüllen. Die Spargemeinschaft begoss es mit ein paar Gläschen Hofbräu.