After-Work bei der Braunschweiger Zeitung
„Randfiguren“ und Randnotizen am Rande der „After-Work-Lounge“ im BZ-Verlag
Aufmerksame Zuhörer hatten die ehemaligen Setzer Nehrkorn und Minnich beim Vorführen „ihrer“ alten Bleisatzmaschine, die immer noch Buchstaben in eine Blei-Zinn-Legierung gießen konnte. Jeder Besucher konnte im Laufe des Abends seinen Namen im Bleisatz erstellen lassen. Am Rande der „After-Work-Lounge“ von „Schimmer-Piano“ und „Volksbank Braunschweig“ hatten die Gastgeber von der „Braunschweiger Zeitung“ zeigen wollen, dass das Zeitungmachen vor noch nicht langer Zeit ein mühsames Unterfangen war. Hellhörig wurde der ehemalige Setzer Manfred Minnich, weil Lindenwirt Wolfgang Haberkamm aus eigener Anschauung als Kind aus den frühen 50er Jahren berichten konnte, dass sein Vater, der Journalist und Pressefotograf war, oft auf den letzten „Drücker“ seine Artikel von Northeim nach Göttingen bringen und dem Setzer gut zureden musste, um ein pünktliches Erscheinen zu gewährleisten. Der Handsatz wurde erst vollständig in den 70iger Jahren durch den Maschinensatz ersetzt. Noch schwieriger war es, Druckstockplatten aus Zink(„Klischee“) herzustellen, um damit durch ein Ätzverfahren das Veröffentlichen von Bildern möglich zu machen. Haberkamms Vater, der zu Hause im Badezimmer ein kleines Fotolabor hatte, schickte also sein entwickeltes Bild mit der Bahn nach Hannover. Dort wurde das Bild „klischiert“ und die Platte dann nach Göttingen zum Setzen zurücktransportiert. Von wegen digital. Aktuell war ein Bild, wenn es beim Leser nach zwei Tagen auf dem Frühstückstisch landete.
Minnich revanchierte sich mit Berichten aus der Wiesenstraße, in der er nach dem Kriege wohnte. Für weitere Anekdoten auch aus der „Linde“ der 50iger Jahre kündigte er einen Besuch bei „Elvis“ an. Sicher berichtet dann auch die Braunschweiger Zeitung davon.