Politischer Stammtisch der DEHO-AWO
Von unserem französischen Auslandskorrespondenten Jean Ricard (Marseille)
Fast alle 384 Mitglieder versammelt – Feldschlößchen-Brauerei stellt Festsaal bereit - Größte Zusammenkunft in der Verbandsgeschichte
Motto: Arbeit ist der Fluch der trinkenden Klasse.
Nach einer Schweigestunde und Ehrung der Alkoholtoten berichtete zunächst der BZ-Reporter Wim Asbach, dass schon Ungeborene ständig betrunken sind und Zehnjährige nicht mehr auf Bäume klettern können. Kioskbesitzer verzweifeln, weil 90% aller unter 18-Jährigen beim Spirituosenkauf ihren Ausweis vergessen. NB-Gazettenschreiber Tim Bärentöter berichtet von Massenurinieren an Kirchen und öffentliche Gebäude nach Schützen-, Oktober- und Turnfesten, auch Hansetagen und Karnevalsumzügen. Weder die Geschäftsführerin Ehrenstolz noch Werner Dixie konnten die Zahlen zementieren. Fürchterlich.
Der Brüller des Abends war jedoch der Vorschlag des Verbandspräsidenten Ralf Feuerstein aus Schierke, der wahrscheinlich nach Aussagen von Kennern der Szene schon einige Flaschen Heidelbeerwein getrunken hatte. Er forderte die Verwaltung auf, das Biertrinken und Feiern in Autohäusern und Beerdigungsinstituten einzustellen, weil er ja auch keine Autos verkaufe. Töricht. Dagegen wandte Dr. Brian MacWhinny ein: Warum soll man am der Tag der offenen Tür dem Städtischen Friedhof nicht das Catering anbieten und gleichzeitig Särge an Angehörige von verstorbenen Stammgästen verkaufen? Die Tätigkeit des Gastwirts als solche stand immer im Zeichen sozialer Fürsorge. Grandioser Höhepunkt der Veranstaltung war jedoch die Behauptung eines 34-jährigen Abgeordneten der Partei der Grünen aus dem Stadtparlament, Alkohol bewirke die Verweiblichung bei Männern und verursache 17 % aller Autounfälle. Katastrophal und irgendwie weichbirnig. Alles in den Schatten stellte jedoch die Bemerkung von Direktorin Lady Avebury, die ohnehin einen merkwürdigen Eindruck hinterließ .Sie führte dann abschließend aus, dass 83 % aller Unfälle von rauchenden Fahrern ausgelöst werden. Das ist Furcht erregend.
Als spät nach Mitternacht bei einfacher Mehrheit eine Raucherpause beschlossen und die Aufhebung der Pressefreiheit erklärt wurde, kamen die meisten DEHO-AWO-Mitglieder nicht mehr wieder. Sie waren auf dem Wege zum Stammtisch der Wolters-Brauerei leicht angetrunken in die Oker gefallen.
Deshalb konnte unser Fotograf Dirk Alper nur noch zehn kleine Kneiperlein auf dem Bild festhalten.
