Zu den vier Linden - Eckkneipe, Szenekneipe, Gaststätte, Speiselokal in Braunschweig, östliches Ringgebiet

Kneipier und Kultfigur

Auf Sendung im Studio Okerwelle" von rechts nach links: Redakteur Kurt Volland, Jacqueline Treder und Wolfgang "Elvis" Haberkamm

Herausfinden, was die Welt zusammenhält – „Elvis“ W. Haberkamm im Porträt

Jetzt weiß ich, was ein „Macher“ ist. Nach monatelangem Versuch, den Wirt der „Eckkneipe „Vier Linden“ zu erreichen, um ihn zu „in persona“, dem Porträt der etwas anderen Art einzuladen, steht er mir beim Bezahlen eines schnellen Bieres an der Theke gegenüber mit den Worten „Hallo, Okerwelle“. Mann, hat der ein Gedächtnis, denn unser letztes Gespräch ist schon Jahre her. „Machen wir mal wieder was?“, fragt er zu meinem Erstaunen. Na, wenn das nicht passt!. „Hast du am 25. mittags Zeit?“ „Klappt schon“, beruhigt er mich und notiert auf einem Skatblock den Termin und den geplanten Verlauf. Dauer des Gesprächs: ein weiteres schnelles Bier, also knapp zehn Minuten. „Trinkst d’ noch eins?“, und weg ist er, weil vom Nachbartisch nach ihm gerufen wird. Bei aller Hektik hat man das Gefühl, die Begeisterung ist nicht gespielt und auf die Zusage kann man sich verlassen.

„Elvis“ W. Haberkamm ist eben ein Mann der schnellen Entschlüsse. Immer nach dem Motto: „Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik“. Er ist aber bereit, Entscheidungen zu revidieren: Der überzeugte Atheist studiert in den 7o-er Jahren Theologie und tritt bei seiner Anstellung an der IGS Weststadt aus der Kirche aus mit der Begründung: „Ich wollte nur herausfinden, was die Welt im Innersten zusammenhält“. „Elvis“ als Religionslehrer mit Pensionsberechtigung ist schwer vorstellbar. Das meint auch das Kultusministerium und so wendet sich Wolfgang Haberkamm neuen Aufgaben zu. Sein erster Versuch, mit dem „Tunicum“ und dem „Contraire“ in der Gastronomie Fuß zu fassen, dauert etwa drei Jahre und führt noch nicht zu dem erhofften Erfolg. Den gleichen Zeitraum benötigt er für seine Karriere auf dem Bau. Schnell steigt er vom Hilfsarbeiter zum Bauleiter auf, aber auch das ist kein Beruf auf Dauer. Und so landet er wieder beim Gaststättengewerbe. Erst als Geschäftsführer des Restaurants „Cosmopolit“ und schließlich wird er 1993 durch Ankauf der Gaststätte „Zu den Vier Linden“ sein eigener Chef. Als solcher ist er aber selten zu erkennen, denn er ist meist mittendrin im pulsierenden Kneipenleben, gutgelaunt umtriebig, Hemd und Seele aufgeknöpft, immer bereit für alles Neue. Für das 110 jährige Jubiläum im August hat „Elvis“ natürlich schon einige Ideen,die würden wir gern bei „ in persona“ am 25.Juni erfahren. Kurt Volland

(Aus Okerwelle, Programmzeitschrift des Radio Okerwelle, Juni 2006)

Mittlerweile ist der Livemitschnitt  der Sendung auf CD erschienen und als mp3 Datei zum Download (52 Mb)  oder in der "Linde" für 2,50 Euro (1 Euro Spende) erhältlich.