Horst Janson
Ephraim Kishon sagte einmal:“ Für einen Prominenten gibt es nur eins, was schlimmer ist, als ständig auf der Straße von Leuten erkannt zu werden: Nämlich gar nicht erkannt zu werden.“
Das konnte dem Schauspieler Horst Janson in der Gaststätte „Zu den Vier Linden“ nicht passieren. Das intellektuelle Publikum kennt sich aus. Und so schrieb der jung gebliebene Janson (73), der in einer Charakterrolle in Curth Flatows Stück „Männer sind auch nur Menschen“ einen Macho spielt, ins Gästebuch: „Nun bin ich schon seit 5 Wochen in Braunschweig und noch nicht in der „Linde“ gewesen. Unverzeihlich“. Während seiner Spielzeit fand einer der vielseitigsten Schauspieler im deutschsprachigen Raum nach getaner Arbeit in der „Komödie am Altstadtmarkt auch noch Zeit mit Freunden und Kollegen“ für ein, zwei Braunschweiger Bierchen, ehe er nach Lamme in seine während der Spielzeit eingerichtete Wohnung fuhr. Janson erinnerte sich auch gern an seinen letzten Auftritt am Staatstheater, nämlich 1979. Damals spielte er mit Uschi Glas „Barfuss im Park“.
Klar, dass Inhaber Wolfgang „Elvis“ Haberkamm, stolz über so einen prominenten Gast, am letzten Abend, als Janson mit Freund, Schauspieler und Regisseur Sven W.Pehla erschien, sein „Buch zur Kneipe“, herausgegeben von BZ-Redakteur Ernst-Johann Zauner, mit Widmung überreichte. Dabei erfuhr der Wirt, dass seine Currywurst lecker und schön scharf schmeckt, aber für Janson gibt es die Allerbeste in Berlin auf dem Kürfürstendamm 92, gleich neben der Schaubühne. Die „Lindenküche“ war dennoch mit Platz 2 zufrieden.
Irina Streilinger: Stadtgeflüster. BZ 6.3.2008