Zu den vier Linden - Eckkneipe, Szenekneipe, Gaststätte, Speiselokal in Braunschweig, östliches Ringgebiet

No longer so pretty, but still returning after 46 years:

The Story so far:
1964 war ein magisches Jahr für die Rockmusik. Jugendrevolte, Beatmusik, lange Haare, Minirock; aus den düsteren Kellern der englischen Großstadtklitschen steigen über Nacht junge Musiker zu internationalen Stars auf - die Beatles, Rolling Stones, Animals, Who und Yardbirds verschreiben sich jeweils auf ihre eigene unverwechselbare Art dem Rock & Roll und dem Rhythm & Blues.
Eine Band aber war mit Abstand die Lauteste, Wildeste und Ungezogenste:

THE PRETTY THINGS mit ihrem langhaarigen Sänger PHIL MAY und ihrem fingerfertigen Gitarristen DICK TAYLOR der zuvor einer Band angehörte, die sich ,, The Rolling Stones" nannte und die er mit Mick Jagger 1962 mitbegründete. Kein Mensch, der die wüste Truppe in den Sixties auf der Bühne sah, hätte sich vorstellen können, dass diese Band anno 2009 immer noch existiert und spielfreudig und kompetent, aber immer noch ungezügelt und motiviert einen Live-Querschnitt über ihre lange und steinige Karriere gibt.

Und die bösen Buben sind immer noch schweinegut!

Der  Abend im Blues-Club Hannover-Isernhagen hingegen sollte vor allem im Zeichen beispielhafter Nachwuchsförderung stehen. So gaben die blutjungen mit einigen griffigen Standards wie "Boom, Boom, Boom", "Got My Mojo Workin'" etc. ein ansprechendes Muster-Set ihres Talents zum Besten. Der Zauber dieses charmanten Vorprogramms lag gewiss aber in der ehrwürdigen Bass-Begleitung des Duos durch persönlich. Die graue Eminenz, legendärer
Rolling Stones-Disclaimer und Begründer der formiert im Hauptteil dann mit zwei Jünglingen (im Bass-Tausch mit nun: ), dem Band-frontierenden Urgestein und 'Neuling' , der seit 20 Jahren beim -Circus beschäftigt, übrigens eine erstaunliche optische Ähnlichkeit zu Gary Moore aufweist) ein äußerst sympathisches Familienunternehmen, das die Junioren im Team nicht nur liebevoll fördert, sondert knallhart fordert.
Letzteres steht (19), dem sich am Slingerland-Kraftwerk fast rührend verausgabenden, eher Halbwüchsigen denn Halbstarken, im blassperlenden Gesicht geschrieben.
Charisma und Finsterimage, Spaß und authentischer Blues-Rock der 60er Jahre, das suchten auch drei böse Buben aus Braunschweig: Ralf Eggeling, Dirk Alper und Wolfgang „Elvis“ Haberkamm.

Schnell noch ne Bratwurst und schon ging’s los.

Über ein Jahr dauerte es, bis der Lindenwirt mit seinem Freund Dirk wieder mal die Pretty Things zu sehen und hören bekam. Diesmal in Berlin, im Quasimodo.

Vor dem Konzert gab es "Blutwurst auf gewärmten Linsen mit Kartoffelgratin". Wo? Nicht bei Heinrich Zille in Kreuzberg, sondern in der vornehmen "Paris Bar", wo sich Romy Schneider und Charly Chaplin bereits ein Eisbein mit Sauerkraut haben schmecken lassen.